Leaving London, auf nach Berlin!

London Docklands
Blick auf die London Docklands von Greenwich Park aus: Es wird viel gebaut, aber leisten kann sich solch eine Wohnung kaum jemand mit normalem Einkommen | ©SCRITTI
Trotz oder gerade wegen des Baubooms in London verlassen immer mehr Menschen die Hauptstadt: Sie können sich das Leben dort schlicht nicht mehr leisten oder sind es leid, horrende Summen für ein Minizimmer am äußeren Stadtrand zu bezahlen. Der Guardian berichtet immer wieder darüber, wie etwa hier: Goodbye London: why people are leaving the capital. Ein weiterer Artikel beschäftigt sich nun mit der Londoner Kreativszene, die in Berlin ihr neues Mekka gefunden hat: The Guardian: Creative young Brits are quitting London for affordable Berlin Viele Kreative sind begeistert vom Leben in Berlin, da man hier noch vergleichbar günstig wohnen kann, die Atmosphäre wesentlich entspannter ist als im always busy London und sowieso überall englisch gesprochen wird. Berlin ist inzwischen auf Platz drei der meist besuchtesten Städte in Europa (hinter Paris und London an der Spitze). Während 2013 noch rund 10,000 Briten in Berlin lebten, sind es inzwischen fast 14.000. Und wenn es in London so weiter geht wie bisher, werden sicherlich noch einige dazu kommen. So sagt Scott van Looy, der seit 2012 Berlin für eine britische Firma arbeitet: “[In Berlin] there’s a sense of people doing things for themselves, for all the right reasons. In London, it’s office work, bars, sleep, repeat.”

14 Kopfbahnhöfe in einer Stadt

Hier einmal zwei Fotos aus London: London Victoria Station und London Liverpool Station um die Mittagszeit.

London Victoria Station by SCRITTI
London Victoria Station by SCRITTI

London Liverpool Street by SCRITTI
London Liverpool Street by SCRITTI
Die Züge fahren in der Regel halbstündlich in alle Richtungen, in der rush-hour wird der Takt weiter verdichtet. Dies sind nur zwei von insgesamt 14 Kopfbahnhöfen in London. Wenn man das Treiben in der Metropole verfolgt, fragt man sich erst recht, wie irgendjemand mit ein bisschen Verstand überhaupt auf die Idee kommen kann, in einer Großstadt wie Stuttgart einen funktionierenden Kopfbahnhof mit 16 Gleisen und zahllosen Ausbau-Optionen für die Zukunft in einen unterirdischen Flaschenhals mit nur vier Gleisen pro Richtung verwandeln zu wollen. Eine solche Ideen würde in die USA der 50er Jahre passen, als das Siechtum der Eisenbahn begann und die Auto- und Öllobby alles daran setzte, ein gut funktionierendes Transportsystem zu zerstören. Aber mitten im Europa des 21. Jahrhunderts?