Vorsicht: Bezahlte DB-Propaganda überall!

Bahn-Skandale und kein Ende: Nachdem LobbyControl über die PR-Machenschaften der Deutschen Bahn berichtete, greifen zahlreiche Medien die neuste PR-Affäre auf. Die schmutzigen Tricks der Bahn schreibt etwa die taz. Ein Berliner „Thinktank“ verbreitete mit angeblich unabhängigen Umfragen und Texten Bahn-Propaganda in Zeitungen und Online-Foren. Es wurden unter anderem Leserbriefe fingiert, um gute Stimmung für die Bahnprivatisierung zu machen.

Weitere Köpfe rollen, so wurde auch der Generalbevollmächtigten für Marketing und Kommunikation Ralf Klein-Bölting entlassen. Die taz schreibt: Am Donnerstag hatte die Bahn AG zugegeben, 1,3 Millionen Euro für nicht als solche deklarierte Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben zu haben. (…) Zudem bezahlte der Konzern private Lobbyunternehmen, die etwa fragwürdige Meinungsumfragen veröffentlichten, nach denen eine Mehrheit der Bevölkerung den Lokführerstreik von 2007 ablehnte.

Die Welt spricht von einer geheimen Medienmaschine und berichtet ausführlich, wie ihre eigenen Online-Foren und Blogs heimlich unterwandert wurden.

Beobachter in Baden-Württemberg erinnert ein solches Vorgehen doch schwer an die Propaganda-Aktionen im Zusammenhang mit Stuttgart 21. Auch hier werden mit allen Mitteln und auf vielen Ebenen Falschinformationen und Lügen verbreitet. Gigantische Summen stehen für die PR-Arbeit zum Projekt zur Verfügung. Fragwürdige Gutachten berechnen immer wieder gigantisch positive Effekte des Milliardengrabes. Allein: Das dumme Volk weigert sich vehement, all die Märchen zu glauben…

Hier gibt es die ausführliche Studie von LobbyControl als pdf zum Download.

So parkiert man in der Schweiz

Sursee Bhf, Radparkplatz
Sursee Bhf, Radparkplatz
Hier mal wieder ein eindrucksvolles Foto: Doppelstöckiger Radparkplatz am Bahnhof von Sursee, Schweiz, eine ganz normale Kleinstadt, 8.573 Einwohner, keine Universität.

Obama plant Zukunft für die Bahn in USA

us-intercity-passenger-rail-network
us-intercity-passenger-rail-network
Mit Barack Obama soll die Eisenbahn in den USA wieder eine Zukunft haben. Der US-Präsident hat angekündigt, Milliarden in den Ausbau des amerikanischen Schienennetzes zu investieren und Pläne für ein System von Hochgeschwindigkeitszügen vorgestellt. Obama hält den Ausbau des amerikanischen Schienennetzes für längst überfällig. Bis 2012 sollen acht Milliarden Dollar für bis zu zehn Schienennetze in den Ballungsgebieten investiert werden. Eine Verbindung quer durch die USA ist zunächst nicht geplant. Auf den Bahnstrecken mit bis zu knapp 1000 Kilometern Länge sollen Züge mit bis zu 240 Kilometern pro Stunde fahren können. Bislang verkehren lediglich zwischen Washington, New York und Boston Hochgeschwindigkeitszüge von Amtrak auf Basis des TGV unter der Marke Acela. Die Züge können Tempo 240 erreichen, sind jedoch nur eine halbe Stunde schneller als Regionalzüge. Die Fahrzeit für die rund 360 Kilometer von Washington nach New York sank unter drei Stunden.

Hier gibt es ein offizielles Dokument über die Regierungspläne zum künftigen Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn in den USA: US highspeed rail strategic plan (pdf ca. 2 MB).

Obama calls for high-speed rail development mit Film von Obamas Ansprache bei msnbc.

Obamas Pläne haben in den USA gleich zu heftigen Debatten über die Sinnhaftigkeit von Eisenbahnen geführt, wie man auf vielen Nachrichtenseiten und Blogs sehen kann. Tenor: Wozu brauchen wir Züge, wenn Fliegen und Autofahren viel billiger ist und schneller geht?

Mit dem Thema beschäftigen sich auch verschiedene US-Blogs:
California High Speed Rail Blog
Switching Modes

Hier gibt es eine SCRITTI-Reisereportage über eine Zugfahrt von San Francisco nach Chicago.

Ufos – sie sind gelandet!

Ufo in Binz
Ufo in Binz

…und zwar schon vor vielen Jahren in Binz an der deutschen Ostseeküste! Weitere Ufos stehen zum Beispiel in Berlin an der Spree. Ehrlich gesagt: Dass Ding auf Rügen wurde 1968 gebaut von Ulrich Müther.

Renaissance der Schiene weltweit und Deutschland profitiert

Alstom AGV, TGV-Nachfolgemodell auf InnoTrans 2008
Alstom AGV, TGV-Nachfolgemodell auf InnoTrans 2008

Zur Abwechslung auch mal etwas Positives: „Das große Comeback der Bahn“ schreibt die Welt am Sonntag und berichtet, dass die
Eisenbahn weltweit den größten Aufschwung ihrer Geschichte erlebt. Viele Staaten entdeckten die Vorteile des Schienenverkehrs, deutsche Firmen profitierten wegen ihres Know-Hows besonders stark davon. Interessant: „Das Comeback lässt sich mit Zahlen belegen: Weltweit hat die Branche der Zug- und Gleisbauer oder Schienentechnikkonstrukteure noch nie so gut verdient wie in den vergangenen zwei Jahren. Die Beratungsgesellschaft SCI fasst in ihrer Studie „Weltmarkt Bahntechnik 2009-2013“, die der „Welt am Sonntag“ exklusiv vorliegt, die jüngste Entwicklung so zusammen: „Der weltweite Markt für bahntechnische Produkte weist derzeit ein Volumen von 125,5 Milliarden Euro aus. 2006 lag es bei rund 100 Milliarden Euro.“ Einen derartigen Aufschwung habe die Branche seit Bestehen der Eisenbahn nicht erlebt.“ Zum Artikel.