Wer zahlt eigentlich für Stuttgart 21?

Spannend wie ein Krimi: Ein gut recherchierter Film erläutert sehr anschaulich, wer eigentlich bei Stuttgart 21 die Zeche bezahlt, wer profitiert und wie im verfilzten Baden-Württemberg geradezu italienische Verhältnisse herrschen. Jetzt wundert es nicht mehr, warum auf vielen Bahnstrecken im Ländle nur Schrottzüge fahren und die bisherige Landesregierung aus CDU und FDP Regionalverkehre partout nicht ausschreiben wollte…

Brückenbus als Zukunft der Mobilität?

China 3d-Express-Bus-System
China 3d-Express-Bus-System
Das Unternehmen HS Future will bei der Lösung der chinesischen Verkehrsprobleme ganz neue Wege gehen. Wo der Platz für Autos und öffentliche Verkehrsmittel zu knapp ist, sollen künftig auf Schienen fahrende Bus-Brücken („3D Express-Bus“) für Abhilfe sorgen. Ähnlich wie bei einer Auto-Fähre sitzen die Fahrgäste im Obergeschoss, während unter ihnen die Autos ganz normal auf der Straße fahren. Ende August ist das Pilotprojekt von einem großen Lokomotivunternehmen übernommen worden, das sofort mit der Produktion beginnen will. Es wird erwartet, dass man in Beijing zu Ende nächsten Jahres im Bezirk Mentougou in den Brückenbus einsteigen kann.

60.000 Euro teure Kreiselkunst

Kreiselkunst Erlenbach
Kreiselkunst Erlenbach
And now for something completely different: In meinem geliebten Heimatdorf wurde jüngst ein neuer Kreisverkehr angelegt, und damit das Innere dieses Kreisverkehrs nicht so trostlos wirkt und um sich von Nachbarorten abzugrenzen, die in Kreisverkehre ganz profan Weinreben pflanzen, hat sich der Führer der Gemeinde überlegt, mit ein bisschen Kunst das leere Innere des modernen Kreisels zu beleben. Auf einen entsprechenden Ideenwettbewerb hat sich angeblich nur ein ortsansässiger Architekt gemeldet, dessen glorreiche Ideen flux umgesetzt und in Metall gegossen wurden. 60.000 Euro hat das laut Heilbronner Stimme gekostet. Nun kann jeder Autofahrer am Ortsrand anschaulich sehen, was diesen besonderen Ort so lebenswert macht.

Vorsicht: Bezahlte DB-Propaganda überall!

Bahn-Skandale und kein Ende: Nachdem LobbyControl über die PR-Machenschaften der Deutschen Bahn berichtete, greifen zahlreiche Medien die neuste PR-Affäre auf. Die schmutzigen Tricks der Bahn schreibt etwa die taz. Ein Berliner „Thinktank“ verbreitete mit angeblich unabhängigen Umfragen und Texten Bahn-Propaganda in Zeitungen und Online-Foren. Es wurden unter anderem Leserbriefe fingiert, um gute Stimmung für die Bahnprivatisierung zu machen.

Weitere Köpfe rollen, so wurde auch der Generalbevollmächtigten für Marketing und Kommunikation Ralf Klein-Bölting entlassen. Die taz schreibt: Am Donnerstag hatte die Bahn AG zugegeben, 1,3 Millionen Euro für nicht als solche deklarierte Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben zu haben. (…) Zudem bezahlte der Konzern private Lobbyunternehmen, die etwa fragwürdige Meinungsumfragen veröffentlichten, nach denen eine Mehrheit der Bevölkerung den Lokführerstreik von 2007 ablehnte.

Die Welt spricht von einer geheimen Medienmaschine und berichtet ausführlich, wie ihre eigenen Online-Foren und Blogs heimlich unterwandert wurden.

Beobachter in Baden-Württemberg erinnert ein solches Vorgehen doch schwer an die Propaganda-Aktionen im Zusammenhang mit Stuttgart 21. Auch hier werden mit allen Mitteln und auf vielen Ebenen Falschinformationen und Lügen verbreitet. Gigantische Summen stehen für die PR-Arbeit zum Projekt zur Verfügung. Fragwürdige Gutachten berechnen immer wieder gigantisch positive Effekte des Milliardengrabes. Allein: Das dumme Volk weigert sich vehement, all die Märchen zu glauben…

Hier gibt es die ausführliche Studie von LobbyControl als pdf zum Download.

So parkiert man in der Schweiz

Sursee Bhf, Radparkplatz
Sursee Bhf, Radparkplatz
Hier mal wieder ein eindrucksvolles Foto: Doppelstöckiger Radparkplatz am Bahnhof von Sursee, Schweiz, eine ganz normale Kleinstadt, 8.573 Einwohner, keine Universität.

Obama plant Zukunft für die Bahn in USA

us-intercity-passenger-rail-network
us-intercity-passenger-rail-network
Mit Barack Obama soll die Eisenbahn in den USA wieder eine Zukunft haben. Der US-Präsident hat angekündigt, Milliarden in den Ausbau des amerikanischen Schienennetzes zu investieren und Pläne für ein System von Hochgeschwindigkeitszügen vorgestellt. Obama hält den Ausbau des amerikanischen Schienennetzes für längst überfällig. Bis 2012 sollen acht Milliarden Dollar für bis zu zehn Schienennetze in den Ballungsgebieten investiert werden. Eine Verbindung quer durch die USA ist zunächst nicht geplant. Auf den Bahnstrecken mit bis zu knapp 1000 Kilometern Länge sollen Züge mit bis zu 240 Kilometern pro Stunde fahren können. Bislang verkehren lediglich zwischen Washington, New York und Boston Hochgeschwindigkeitszüge von Amtrak auf Basis des TGV unter der Marke Acela. Die Züge können Tempo 240 erreichen, sind jedoch nur eine halbe Stunde schneller als Regionalzüge. Die Fahrzeit für die rund 360 Kilometer von Washington nach New York sank unter drei Stunden.

Hier gibt es ein offizielles Dokument über die Regierungspläne zum künftigen Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn in den USA: US highspeed rail strategic plan (pdf ca. 2 MB).

Obama calls for high-speed rail development mit Film von Obamas Ansprache bei msnbc.

Obamas Pläne haben in den USA gleich zu heftigen Debatten über die Sinnhaftigkeit von Eisenbahnen geführt, wie man auf vielen Nachrichtenseiten und Blogs sehen kann. Tenor: Wozu brauchen wir Züge, wenn Fliegen und Autofahren viel billiger ist und schneller geht?

Mit dem Thema beschäftigen sich auch verschiedene US-Blogs:
California High Speed Rail Blog
Switching Modes

Hier gibt es eine SCRITTI-Reisereportage über eine Zugfahrt von San Francisco nach Chicago.