14 Kopfbahnhöfe in einer Stadt

Hier einmal zwei Fotos aus London: London Victoria Station und London Liverpool Station um die Mittagszeit.

London Victoria Station by SCRITTI
London Victoria Station by SCRITTI

London Liverpool Street by SCRITTI
London Liverpool Street by SCRITTI
Die Züge fahren in der Regel halbstündlich in alle Richtungen, in der rush-hour wird der Takt weiter verdichtet. Dies sind nur zwei von insgesamt 14 Kopfbahnhöfen in London. Wenn man das Treiben in der Metropole verfolgt, fragt man sich erst recht, wie irgendjemand mit ein bisschen Verstand überhaupt auf die Idee kommen kann, in einer Großstadt wie Stuttgart einen funktionierenden Kopfbahnhof mit 16 Gleisen und zahllosen Ausbau-Optionen für die Zukunft in einen unterirdischen Flaschenhals mit nur vier Gleisen pro Richtung verwandeln zu wollen. Eine solche Ideen würde in die USA der 50er Jahre passen, als das Siechtum der Eisenbahn begann und die Auto- und Öllobby alles daran setzte, ein gut funktionierendes Transportsystem zu zerstören. Aber mitten im Europa des 21. Jahrhunderts?

Die 121 Risiken von Stuttgart 21

STERN-Autor Arno Luik berichtet in einem Vortrag über Die 121 Risiken von Stuttgart 21 und seine Erfahrungen bei der Recherche zu dem Dinosaurier-Projekt. Sehr interessant und kurzweilig anzuhören! Die Online-Kurzfassung des entsprechenden Artikels im Magazin STERN.

Arno Luik (STERN) zu Risiken von S21 from fluegel.tv on Vimeo.

Wer zahlt eigentlich für Stuttgart 21?

Spannend wie ein Krimi: Ein gut recherchierter Film erläutert sehr anschaulich, wer eigentlich bei Stuttgart 21 die Zeche bezahlt, wer profitiert und wie im verfilzten Baden-Württemberg geradezu italienische Verhältnisse herrschen. Jetzt wundert es nicht mehr, warum auf vielen Bahnstrecken im Ländle nur Schrottzüge fahren und die bisherige Landesregierung aus CDU und FDP Regionalverkehre partout nicht ausschreiben wollte…

Vorsicht: Bezahlte DB-Propaganda überall!

Bahn-Skandale und kein Ende: Nachdem LobbyControl über die PR-Machenschaften der Deutschen Bahn berichtete, greifen zahlreiche Medien die neuste PR-Affäre auf. Die schmutzigen Tricks der Bahn schreibt etwa die taz. Ein Berliner „Thinktank“ verbreitete mit angeblich unabhängigen Umfragen und Texten Bahn-Propaganda in Zeitungen und Online-Foren. Es wurden unter anderem Leserbriefe fingiert, um gute Stimmung für die Bahnprivatisierung zu machen.

Weitere Köpfe rollen, so wurde auch der Generalbevollmächtigten für Marketing und Kommunikation Ralf Klein-Bölting entlassen. Die taz schreibt: Am Donnerstag hatte die Bahn AG zugegeben, 1,3 Millionen Euro für nicht als solche deklarierte Öffentlichkeitsarbeit ausgegeben zu haben. (…) Zudem bezahlte der Konzern private Lobbyunternehmen, die etwa fragwürdige Meinungsumfragen veröffentlichten, nach denen eine Mehrheit der Bevölkerung den Lokführerstreik von 2007 ablehnte.

Die Welt spricht von einer geheimen Medienmaschine und berichtet ausführlich, wie ihre eigenen Online-Foren und Blogs heimlich unterwandert wurden.

Beobachter in Baden-Württemberg erinnert ein solches Vorgehen doch schwer an die Propaganda-Aktionen im Zusammenhang mit Stuttgart 21. Auch hier werden mit allen Mitteln und auf vielen Ebenen Falschinformationen und Lügen verbreitet. Gigantische Summen stehen für die PR-Arbeit zum Projekt zur Verfügung. Fragwürdige Gutachten berechnen immer wieder gigantisch positive Effekte des Milliardengrabes. Allein: Das dumme Volk weigert sich vehement, all die Märchen zu glauben…

Hier gibt es die ausführliche Studie von LobbyControl als pdf zum Download.