Fundstück: The New Ladies Waitingroom 1962

Manchester-Piccadilly 1962
Ladies Waitingroom Bahnhof Manchester-Piccadilly 1962
Das Foto zeigt den neuen Wartesaal nur für Frauen im Bahnhof Manchester Piccadilly im Jahr 1962 nach der Umgestaltung des Bahnhofes Anfang der 60er Jahre. Reisen mit dem Zug war offenbar eine sehr deprimierende Angelegenheit, vor allem für Frauen…
British Rail Designed 1948-97
British Rail Designed 1948-97
Das Foto stammt aus dem bemerkenswerten Buch British Rail Designed 1948-97 von David Lawrence. Das Buch ist unter anderem erhältlich im Museums-Shop des London Transport Museums am Covent Garden. Dazu heißt es: This book is a very particular and very engrossing book charting the immense story of British Rail design in the period of railway nationalization from 1948 to 1997. British Rail Designed 1948 – 97 is about the design successes, and failures, of Britain’s most extensive state-sponsored industry. It is a story of people and ideas, movement, speed and colour. This book is required reading for anyone with an interest in railway and Industrial Design and Railway practice and politics.

Bahnparadies: Cambrian Line mit Barmouth Bridge, Wales

Hier mal ein paar Eindrücke von einer wunderbaren Bahnstrecke in Großbritannien, der Cambrian Line an der Westküste in Wales. Bei Barmouth fährt die Bahn entlang der Küste und eines langen Strandes über die 1867 erbaute Barmouth Bridge über den Fluss Afon Mawddach. Barmouth ist ein schöner kleiner Ort, der im Sommer viele Touristen anzieht. Die Fotos entstanden 2011, im Einsatz sind Dieseltriebwagen von Arriva Trains Wales, einer Tochter der deutschen Bahn.

Barmouth, WalesBarmouth, WalesBarmouth, Wales Barmouth, Wales Barmouth, WalesBarmouth, WalesBarmouth, Wales

Fundstück: Klassische Diesel-Eleganz

directrailservices-norwichAm 20. Oktober 2016 stand nachmittags im Bahnhof von Norwich ein Zug abfahrbereit mit einer klassischen Class 37 Diesellok (37419) von Direct Rail Services am einen Ende. Die dieselelektrischen Loks wurden zwischen 1960 und 1965 von English Electric und Robert Stephenson and Hawthorns für British Rail gebaut und befinden sich bei unterschiedlichen Unternehmen und in verschiedenen Farbgebungen noch immer im Einsatz. Mehrere Fahrzeuge sind museal oder für Sonderverkehre erhalten. In ihrer bulligen Form erinnern sie ein bisschen an die deutsche V200.

Kommt das Luftkissenboot eines Tages zurück?

Hovercraft in Calais, ©wikipedia, Christopher Kern
Hovercraft in Calais, ©wikipedia, Christopher Kern
Der ein oder andere erinnert sich wohl noch an die Ära der Luftkissenboote, in England „Hovercraft“ genannt, die ihre Hochzeit hauptsächlich in den 70er Jahren erlebten. Faszinierende Fahrzeuge waren das, erinnerten sie doch eher an Raumschiffe als an sonst irgendein bekanntes Fortbewegungsmittel. Elegant schwebten diese futuristischen Dinger auf einem „Luftkissen“ über Wasser und über Land, konnten so beinahe jedes Hindernis überwinden. Wie die Technik genau funktioniert, kann man auf wikipedia nachlesen.
Eine ganz neue Ära von Mobilität versprachen diese Fahrzeuge. Sie vermittelten eine Vorstellung von Fortschritt und Zukunft und waren sogar als Autofähren viele Jahre (im wahrsten Sinne des Wortes) AUF dem Ärmelkanal erfolgreich im Einsatz – bis sie eher lautlos zunächst aus dem Fokus der Öffentlichkeit und schließlich auch von der Bildfläche verschwanden. Doch warum eigentlich? What happened to passenger hovercraft? fragt das BBC magazine in einem sehr interessanten Artikel. So faszinierend die Idee und die Technik dahinter auch waren, letzten Endes scheiterten die Hovercrafts am Lärm, den die vielen Propeller verursachten und an den Kosten gegenüber konventionellen Verkehrsmitteln.
Hovercraft in Ryde ©wikipedia, Editor5807
Hovercraft in Ryde ©wikipedia, Editor5807
Nichtsdestotrotz, es gibt sie immer noch: In Großbritannien verkehren nunmehr seit 50 Jahren kleinere Luftkissenboote zwischen Southsea und Ryde auf der Isle of Wight. Da Ebbe und Flut hier enorme Unterschiede in der Erreichbarkeit verursachen, ist das Hovercraft immer noch das am besten geeignete Verkehrsmittel, da es unabhängig vom Wasserstand sein Ziel erreichen kann. Derzeit werden sogar zwei neue Schiffe gebaut. Auch für militärische Zwecke sind Luftkissenboote weiterhin im Einsatz. Vielleicht könnte diese Technik mit modernen, leisen Elektroantrieben sogar bald eine echte Renaissance erleben.

Privater Fernzugbetreiber will mit 3 Linien an den Start gehen

Der Schnellzug Streckennetz
Das geplante Streckennetz mit Heilbronn als Knoten von Der Schnellzug.de
Um der Konkurrenz durch Fernbusse etwas entgegenzusetzen, wollte der private Fernzug-Betreiber Der Schnellzug.de mit Sitz in Heilbronn zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015 den Heilbronner Hauptbahnhof wieder zu einem Fernverkehrsknoten machen und mit der Linie D2 von Karlsruhe über Heilbronn und Schwäbisch Hall nach Dresden fahren. Sie sollte die Linie D1 von Stuttgart über Heilbronn und die Frankenbahn nach Würzburg, Bremen und Hamburg ergänzen. Doch laut einer aktuellen Pressemitteilung verhindere der Karlsruher Stadtbahn-Betreiber Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) dies angeblich bislang im Abschnitt bis Heilbronn. Grund hierfür: Derschnellzug.de könne keinen Fernverkehr auf Gleisen der privaten Infrastruktur der AVG zwischen Grötzingen und Heilbronn durchführen. Der AVG fehle die entsprechende Sicherheitsgenehmigung nach Allgemeinem Eisenbahngesetz (AEG), die es erlauben würde, dass Fernverkehr auf ihren Gleisen fahren könnte. Dies habe die AVG lange Zeit verschwiegen. Der private Betreiber wirft der AVG Verzögerungstaktik vor und unterstellt indirekt, dass man in Karlsruhe den neuen Fernverkehr bewusst behindern wolle. Der „Fernverkehr in Heilbronn bleibe weiter auf der Strecke“, so derschnellzug.de: „Mit der Umsetzung des Konzeptes wäre es nach rund 15 Jahren wieder möglich gewesen, ein solides Fernverkehrsangebot nach Heilbronn zu bringen. Mit den sich kreuzenden Linien und den untereinander abgestimmten Anschlüssen zwischen den Linie D1 und D2 hätte Heilbronn im Jahr 2016 wieder direkten Anschluss mit Fernzügen an Städte wie Nürnberg, Dresden, Hannover, Bremen und Hamburg.“ Da das Konzept davon lebe, aktiv die Kraichgaubahn zwischen Karlsruhe und Heilbronn einzubinden, sei es nun nicht mehr möglich, ein entsprechendes Angebot zu gestalten. Daher werde aktuell geprüft, wie die Linie D2 im Jahr 2016 auf die Strecke geschickt werden könne. Derschnellzug.de beabsichtige, eine Diskriminierungsbeschwerde einzureichen und arbeite weiter daran, im Jahr 2017 wieder durchgehenden Fernverkehr ins Kraichgau und Hohenloische zu bringen. Weitere Details dazu in einem Hintergrundpapier zur aktuellen Pressemitteilung.

Schöner Bahnfahren: Am Lago d’Iseo

Le Nord Iseo GTW 2/6
Trenord mit GTW 2/6 am Lago d’Iseo
Hier mal eine kleine Impression vom Lago d’Iseo 2015 bei Sulzano. Seit 2011 sind auf der landschaftlich extrem reizvollen Bahnlinie Brescia – Iseo – Edolo der Bahngesellschaft Trenord, die teilweise entlang des felsigen Ostufers des Lago d’Iseo führt, acht Dieseltriebwagen vom Typ GTW 2/6 von Stadler im Einsatz. In Italien haben diese die Bezeichnung Autotreno TN ATR 115. Eine Reise auf dieser Strecke lohnt sich immer. Man kann sie sogar in einen kompletten Nord-Süd-Trip mit Alpenüberquerung integrieren: Von der Endstation Edolo aus gibt es Busverbindungen in den Wintersportort Aprica und über den dortigen Pass mit einem weiteren Bus hinunter ins Veltlin nach Sondrio oder Tirano. In Tirano besteht Anschluss mit der berühmten Bernina-Bahn der Räthischen Bahn bis nach Chur. Von Sondrio aus geht es an den Comer See und Richtung Mailand.

Leaving London, auf nach Berlin!

London Docklands
Blick auf die London Docklands von Greenwich Park aus: Es wird viel gebaut, aber leisten kann sich solch eine Wohnung kaum jemand mit normalem Einkommen | ©SCRITTI
Trotz oder gerade wegen des Baubooms in London verlassen immer mehr Menschen die Hauptstadt: Sie können sich das Leben dort schlicht nicht mehr leisten oder sind es leid, horrende Summen für ein Minizimmer am äußeren Stadtrand zu bezahlen. Der Guardian berichtet immer wieder darüber, wie etwa hier: Goodbye London: why people are leaving the capital. Ein weiterer Artikel beschäftigt sich nun mit der Londoner Kreativszene, die in Berlin ihr neues Mekka gefunden hat: The Guardian: Creative young Brits are quitting London for affordable Berlin Viele Kreative sind begeistert vom Leben in Berlin, da man hier noch vergleichbar günstig wohnen kann, die Atmosphäre wesentlich entspannter ist als im always busy London und sowieso überall englisch gesprochen wird. Berlin ist inzwischen auf Platz drei der meist besuchtesten Städte in Europa (hinter Paris und London an der Spitze). Während 2013 noch rund 10,000 Briten in Berlin lebten, sind es inzwischen fast 14.000. Und wenn es in London so weiter geht wie bisher, werden sicherlich noch einige dazu kommen. So sagt Scott van Looy, der seit 2012 Berlin für eine britische Firma arbeitet: “[In Berlin] there’s a sense of people doing things for themselves, for all the right reasons. In London, it’s office work, bars, sleep, repeat.”