Unter dem Titel Allumfassende Überwachung schreibt Matthias Thieme in der Frankfurter Rundschau: Vieles, was im Daten-Skandal der Bahn bislang bekannt war, ist harmlos im Vergleich zu den Vorwürfen, die jetzt ans Tageslicht kommen: Die Deutsche Bahn soll auch mit hochkriminellen Methoden gegen ihre Angestellten vorgegangen sein. Soll Dokumente gefälscht haben und sogar falsche „Beweise“ wie Hitlers „Mein Kampf“ oder Porno-Dateien auf Festplatten von Angestellten gespeichert haben, um diese besser kündigen zu können. Das berichtet der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff in der Zeit und steht damit nicht allein: Auch das Magazin Spiegel spricht von einem gewaltigen Überwachungssystem.

Thieme kommt zu dem Schluss:
Wenn sich die zahlreichen Indizien bewahrheiten, geht es bei der Bahn nicht mehr um eine Daten-Affäre, sondern um einen Abgrund an systematischer Konzern-Kriminalität. (…)
Das System Mehdorn wird nun in seiner ganzen Brutalität sichtbar: Oberstes Ziel war die Privatisierung der Bahn. Wer daran Kritik übte oder vom Management auch nur verdächtigt wurde, dieses Ziel nicht uneingeschränkt zu unterstützen, der geriet in die Mühlen einer konzerninternen Überwachungsmaschinerie, der offenbar auch höchst illegale Mittel recht waren.

Der ausführliche Artikel von Günter Wallraff in der Zeit.

Ein Interview mit Wallraff in der Frankfurter Rundschau: „Mehdorn war der Dikatator“