Das Lügengebilde der Befürworter von Stuttgart 21 beginnt langsam zusammen zu brechen. Nachdem noch vor kurzem die von namhaften Gutachtern vorhergesagten Kostensteigerungen in Bausch und Bogen als die üblichen Lügen der Gegner des Tunnelbahnhofes abgetan wurden, räumt Ministerpräsident Öttinger nun ein, dass es doch teuerer werden könnte: In den bisherigen Kosten wurde seit 2005 kein Inflationsausgleich mit einberechnet. Allein deshalb werden die Kosten wohl schon auf über 3 Milliarden Euro steigen. Die Kommentare in der meist Pro-Stuttgart 21 gleichgeschalteten Presse im Ländle sind einhellig vernichtend: Die Stuttgarter Nachrichten sprechen von der „Letzten Chance für Stuttgart 21″. Interessant auch ein weiterer Bericht der Stuttgarter Nachrichten, wie die DB ihre Kosten berechnet:
„Die Ursache der Abweichung ist immer dieselbe“, sagt Martin Vieregg. Die Bahn kalkuliere mit einem „viel zu niedrigen Kostenansatz für die bergmännischen Tunnel“. Vieregg rechnet mit dem Maßstab Kubikmeter Tunnelausbruch. Pro Meter Strecke fallen 84 Kubikmeter an. „Wir haben 30 Bahnprojekte untersucht“, erläutert er die Systematik. Keines davon sei billiger als 200 Euro pro Kubikmeter, auf der Neubaustrecke Nürnberg-Ingoldstadt seien sogar 700 Euro erreicht worden.

Wenn man die Bahnzahlen umrechne, sagt Vieregg, ergäben sich für den Tunnelrohbau auf die Filder pro Kubikmeter Kosten von 150 Euro. Dieser Wert liege „jenseits unserer Skala“, sagt Vieregg. Und er liege auch noch deutlich unter dem Wert für den im Rohbau eben fertig gestellten Katzenbergtunnel auf der Rheinschiene. Dort hätten geologisch „nahezu ideale Bedingungen“ geherrscht, dennoch würden die Röhren um 20 bis 30 Prozent teurer werden, was 240 Euro pro Kubikmeter Ausbruch bedeute. Die Bahn AG sieht ihre Ansätze als realistisch an. „Wir haben den sieben Kilometer langen Tunnel durch den Thüringer Wald mit 250 Millionen Euro veranschlagt“, sagt Reinhold Willing. Allerdings ist auch der Tunnel in Thüringen noch nicht gebaut.